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Eiseule

Sonntag, Juli 22nd, 2012

Tutorial Eiseule - Tutorial Eiseule
Der Flügelschlag einer Eule in der Nacht bringt Träume so zahlreich und hell wie die Sterne am Himmel.

Materialien

  • Aquarellpapier-Postkarten 230 g/m² 10,5 x 14,8 cm von Hahnemühle
  • Horadam Aquarellfarben von Schmincke (Farben siehe einzelne Schritte)
  • Aquarellpinsel rund in den Größe 0, 2 und 4 von Askia
  • Rubbelkrepp von Schmincke
  • Pauspapier in gelb von Deka
  • Bleistift, Druckerpapier, Radiergummi und Co. für die Skizzen

Gelerntes

  1. Vorsicht mit Rubbelkrepp
  2. Kochsalz klappt nicht bei zu viel Wasser
  3. Papier gut fixieren
  4. Federn benötigen Struktur
  5. Deckweiß glänzt sehr stark

Erste Arbeitsschritte – die Vorzeichnung

Schritt 1: Die grobe Skizze

ATutorial Eiseule - Skizzels erstes habe ich mir überlegt, was ich auf dem Bild darstellen möchte und mir entsprechende Vorlagen gesucht. Fotos aus dem botanischen Garten für die Baumpfingsrose (Paeonia rockii), Aufnahmen von Mond und Eule. Die Einzelteile habe ich entsprechend auf meiner Skizze zusammengefügt und immer weiter verfeinert, bis ich schließlich dieses Bild erhalten habe.

Schritt 2: Übertragung und fein Skizze

Tutorial Eiseule - VorzeichnungDurch zahlreiche Bleistifftstriche waren die Details kaum noch erkennbar . Deshalb habe ich die grob Skizze auf normales Druckerpapier mit Pauspapier übertragen und so noch etwas an den Feinheiten gearbeitet. Besonders die Augen und Beine der Eule waren ein Knackpunkt und ich bin immer noch nicht ganz zufrieden damit.

Schritt 3: Übertragung auf Aquarellpapier

Tutorial Eiseule - Übertragung auf AquarellpapierAls ich mit der Vorzeichnung halbwegs zufrieden war habe ich diese auf eine Aquarell-Postkarte übertragen. Hierfür habe ich wieder das gelbe Pauspapier genutzt und bin die Linien meiner Vorzeichnung nachgefahren. Auf dem Aquarellpapier selbst habe ich dann die gelben Linien nochmals nachgezogen, damit ich diese später besser erkennen kann.

Koloration – endlich wirds bunt

 Schritt 4: Rubbelkrepp bitte!

rubbelkreppBevor ich mir aber endlich meine Farben schnappen konnte habe ich die Flächen maskiert, die nicht von der Hintergrundfarbe bedeckt werden sollten. Dazu gehören neben Mond, Eule, Blüte und Blättern auch die Sterne. Für die Sterne habe ich größere und kleinere Punkte im Hintergrund verteilt.

 

Gelerntes 1: Vorsicht mit Rubbelkrepp

Das Zeug ist verdammt gut im Maskieren. Aber es krallt sich gerne am Papier fest. Ich habe zu großflächig mit dem Rubbelkrepp gearbeitet und dadurch beim Abrubbeln auch einen Teil vom Papier mit entfernt. Demnächst werde ich es nur noch an den direkten Berührungsstellen von Hintergrund und Vordergrund auftragen, um es besser ablösen zu können, ohne wieder Risse im Papier zu bekommen.

 Schritt 5: Der Hintergrund

Tutorial Eiseule - Coloration: Hintergrund Bevor ich mit dem Hintergrund beginnen konnte, habe ich die Schreibtischunterlage nass gemacht und das Aquarellpapier darauf gelegt, damit es sich fest zieht. Danach habe ich auch die Vorderseite mit klarem Wasser überall dort bestrichen, wo ich kein Rubbelkrepp aufgetragen hatte. So konnte ich mit Nass in Nass die einzelnen Hintergrundfarben ineinander laufen lassen.

Für den Rand um den Mond habe ich Zitronengelb verwendet und es auslaufen lassen. Als Kontrast zum restlichen Hintergrund und Mond habe ich Kobalttürkis und Coelinblauton eingearbeitet, um dann von Ultramarinviolett, Delftblau und Preußischblau bis hin zu Indigo immer dunklere Farben aufzutragen. Während der Trocknung über Nacht habe ich einige Stellen immer mal mit dem Pinsel nachgearbeitet, um die Farbverläufe noch klarer hervorzuheben.

Gelerntes 2: Kochsalz klappt nicht bei zu viel Wasser

In den nassen Hintergrund hatte ich etwas Kochsalz eingestreut. Meine Hoffnung war, dass so noch ein paar zusätzliche interessante Effekte entstehen. Allerdings musste ich feststellen, dass der Hintergrund hierfür viel zu nass war, so dass die Salzkörner nur in der Farbe schwammen, ohne ausreichend Farbe für einen interessanten Effekt aufnehmen zu können. Also entweder muss ich in Zukunft länger warten, bis ich das Salz einstreue oder alternativ mit gröberem Salz, wie Meersalz, arbeiten.

Gelerntes 3: Papier gut fixieren

Die Fixierung mit Wasser hat für die Nass-in-Nass-Technik ganz gut geklappt. Allerdings trocknet nunmal auch das Wasser unter dem Papier über Nacht, wodurch das Papier insgesamt etwas wellt, wenn auch nicht so stark, wie ohne diese Fixierung. Bei meinen nächsten Projekten werde ich daher nochmals andere Fixiertechniken ausprobieren. Vor allem wenn ich auf dem trockenen Papier weiter male und nicht das gesamte Bild in Nass-in-Nass-Technik entsteht.

Schritt 6: Mond und Blätter

Tutorial Eiseule - Coloration: Schritt 1Am nächsten morgen – bzw. sobald das Papier komplett getrocknet ist – habe ich dann das Rubbelkrepp entfernt. Leider musste ich hierbei feststellen, dass die maskierte Fläche zu groß war und sich ein Teil vom Papier mit löste (siehe Gelerntes 1: Vorsicht mit Rubbelkrepp). Beim Trocknen habe ich keinen Föhn genutzt, um die Farbe nicht unnötig durch den Luftstrom zu verteilen.

Im nächsten Schritt habe ich nochmals etwas Rubbelkrepp auf die Ränder der Eule und die inneren Blütenblätter aufgetragen. Beim Mond habe ich wieder Nass-in-Nass gearbeitet. Hierbei habe ich als Grundfarbe Permanent
Chinesisch Weiß mit Zitronengelb vermischt. An den Rändern zum Hintergrund hin habe ich etwas kräftigeres Zitronengelb aufgetragen. Akzente habe ich zunächst mit Silber und Gold gesetzt. Zusätzliche Akzente habe ich mit stark verdünntem Paynesgrau bläulich und Elfenbeinschwarz aufgetragen. Um den typischen etwas bläulicheren Farbton vom Mond einzufangen, habe ich einige Stellen mit Kobalttürkis – vermischt mit Titan-Deckweiß – versehen.

Für die Blätter habe ich als Grundfarbe Phthalogrün aufgetragen. Zum Mond hin habe ich dieses mit Maigrün vermischt, so dass das Maigrün etwas dunkler wurde, aber die helle Farbe für das Licht vorhanden blieb. Zusätzliche Lichtakzente habe ich durch eine Mischung von Maigrün, Zitronengelb, Titan-Deckweiß und Phthalogrün erzeugt. Eben diese Farben habe ich auch für die Blattnavartur verwendet, allerdings in einem etwas hellerem Mischungsverhältnis. Die Schattenseiten der Blätter sind vor allem durch Permanentgrün oliv und stark verdünntem Paynesgrau bläulich entstanden.

Schritt 7: Blüte, Sterne und Flügel

Tutorial Eiseule - Coloration: Schritt 2 Bei der Blüte habe ich nach außen hin immer hellere Farben verwendet. Dafür habe ich Magenta und Permanent Kamin in unterschiedlichen Abstufungen mit Perm. chin. Weiß vermischt und aufgetragen. Nach innen hin zum Blütengrund habe ich die reinen Farben verwendet und zusätzlich auch Krapprot mit aufgetragen. Bevor ich aber mit den inneren Blättern begonnen habe, habe ich jedesmal die äußeren trocknen lassen. Für das Fruchtblatt habe ich Neapelgelb als Grundlage verwendet und Akzente mit Maigrün – vermischt mit Jaune brillant tief – sowie stark verdünntes Paynesgrau bläulich verwendet. Bei den Staubblätter habe ich zunächst die Staubfäden in Deckweiß aufgetragen. Die Staubbeutel sollten verschiedene Gelbschattierungen bekommen. Aufgrund der Größe habe ich also zunächst mit Lasurgelb diese grundiert und dann Akzente mit einer Mischung aus Chromgelb und Indischgelb, Zitronengelb und Deckweiß gesetzt. Bei der Blüte war vor allem wichtig, dass ich zwar die einzelnen Blätter nass-in-nass male, aber zwischen den unteren und oberen Blättern sowie dem Fruchtblatt und den Staubblättern ausreichend Trockenzeit lasse, damit die Farben nicht mehr ineinander verlaufen.

Die Sterne waren farblich am wenigsten auffällig. Die Großen habe ich lediglich mit klarem Wasser ausgewaschen, so dass sie die Farbe vom Hintergrund etwas verrinergte und so ein leichter Schein um die Sterne entstand. Mit Titan-Deckweiß habe ich ich die kleinen und großen Sternen zum Teil gefüllt, damit sich diese noch stärker vom Hintergrund abheben.

Besonders schwierig fand ich es die richtige Färbung für die Flügel zu finden. Zunächst wollte ich diese natürlich, d.h. in grau-weiß-braun-Tönen gestalten. Dies wirkte aber unpassend. Also habe ich diese Färbung Mit den nun verwendeten blau-türkis-Tönen übermalt. Mehr zur Kolorierung der Flügel unter Schritt 8.

Gelerntes 4: Federn benötigen Struktur

Bei meinem Versuch die Federn realistisch von der Farbgebung her aussehen zu lassen, musste ich feststellen, dass die Farben nicht der ausschlaggebende Punkt dafür sind, wie das Bild wirkt. Ein gräulich-weißes Federkleid kann noch so perfekt in der Farbgebung sein, aber es wirkt nicht, wenn es platt ist. Erst durch ein paar zusätzliche Striche, die den Federn Struktur geben, entsteht eine stimmige Wirkung.

Schritt 8: Flügel, Körper und Schwanzfedern

Tutorial Eiseule - Coloration: Schritt 3Für den Körper der Eule habe ich zwei Grundmischungen verwendet. Die türkisfarbene Variante mit Deckweiß, Kobalttürkis und Phthalogrün. Die blaue Variante habe ich mit verschiedenen Abstufungen von Deckweiß und Coelinblauton koloriert. Sowohl bei den Flügeln als auch bei den Schwanzfedern habe ich aus den jeweiligen Farbvarianten unterschiedliche dunkle und helle Mischungen erzeugt und so aufgetragen, dass ein leichtes Schattenspiel entsteht. Dabei sind die Deckendenfedern immer etwas heller, als die darunter liegenden. Außerdem sollten die Flügelspitzen der Eule nach außenhin dunkler werden. Den Körper habe ich in den entsprechenden Farbtönen koloriert.

Gelerntes 5: Deckweiß glänzt sehr stark

Durch die viele Verwendung von Deckweiß glänzen die Flügel im entgültigen Bild sehr viel stärker als der Rest. Hierauf muss ich beim nächsten Mal besser achten, um ein stimmiges Bild zu erhalten. In diesem Fall passt es, aber dies muss ja nicht immer der Fall sein.

Schritt 9: Eulengesicht und Beine

Tutorial Eiseule - Coloration: Schritt 4 Das Gesicht habe ich ebenso wie die Flügel mit Abstufungen von Coelinblauton versehen. Für die Augen habe ich als Hintergrund Paynesgrau bläulich verwendet und für die Pupillen Jaune brillant tief mit einem Tupfen Deckweiß, um ein paar Lichteffekte im Auge zu erhalten.

Den Schnabel habe ich ebenfalls mit Paynesgrau bläulich grundiert und durch Jaune brillant tief mit etwas Lichter Ocker habe ich Akzente gesetzt.

Die Beine habe ich wie die Schwanzfedern in einer dunkleren Variante der türkisfarbenen Mischung grundiert und die Krallen mit Jaune brillant tief und Lichter Ocker herausgearbeitet. Mit den Beinen bin ich allerdings noch nicht ganz zufrieden. Sie wirken noch nicht so richtig, als wären diese hervorgestreckt. Daran muss ich definitiv noch arbeiten.

Eiseule – das fertige Bild

Ich bin zufrieden. Es war zwar nicht das erste Mal, dass ich mit Aquarell gearbeitet habe, aber so bewusst habe ich mich zuvor noch nicht damit auseinander gesetzt. Vor allem habe ich eine Menge gelernt, was ich bei meinen zukünfitgen Projekten beachten möchte.

Ich hoffe meine Notizen helfen auch dem einen oder anderen. Ich würde mich freuen zu erfahren, was ihr von meinem Bild und auch der Beschreibung dazu haltet.

Hier nun das fertige Bild…

Tutorial Eiseule - Eiseule

Alles Liebe und einen schönen Start in die neue Woche

Laura

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