Dankbarkeit
Ein Thema über das ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht habe.
Zum einen könnte ich nun viel darüber schreiben, dass es viele Menschen gibt, denen es schlechter geht als mir und dass ich um diesen Unterschied dankbar sein sollte und es auch bin. Aber darüber sind schon so viele Worte auf Papier gebracht worden, weshalb ich einfach all dies von meinem Standpunkt aus betrachten möchte. Natürlich spielen da auch solche Unterschiede eine Rolle, aber ich möchte diese nicht als Grund für Dankbarkeit anführen, sondern viel mehr die Tatsache, dass die Dinge so sind wie sie sind und nicht mit anderen vergleichen.
Viel mehr möchte ich etwas aus meinem Leben erzählen, weshalb ich dankbar bin und vor allem zu was so manche Umstände geführt haben.
Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie meine Mutter früher auf einer Matratze bei uns im Kinderzimmer übernachtet hat. Sie hatte zwar auch ein Schlafzimmer, aber sie schlief bei uns. Und eigentlicher erzählte sie uns jede Nacht vorm Schlafengehen eine Geschichte. Mal las sie uns diese vor oder spielte mit uns „Hänsel und Gretel“. Oder sie legte eine Kassette in den Rekorder und spielte uns die Geschichten von Florian und Sissi – zwei Schmetterlingen die in einem Blumentopf in der Nähe von einem Bach leben – vor, die unsere Tante ausgedacht und für uns aufgenommen hat. Danke dafür!
Ebenfalls aus der Zeit vor meiner Einschulung erinnere ich mich daran, wie Oma und Opa bei uns zum Baby-Sitten da waren. Ich konnte nicht schlafen und bin deshalb die Treppe hin unter ins Esszimmer gestapft, wo Oma und Opa saßen. Ich weiß nicht mehr, was sie gemacht haben, aber ich weiß noch ganz genau, wie Oma mir an diesem Abend beibrachte meinen Namen zu schreiben. Meine ersten Schreibversuche! Damals muss ich wohl etwa 6 Jahre alt gewesen sein – mit 7 wurde ich eingeschult.
Danke dafür!
Auch erinnere ich mich daran, dass ich früher eigentlich jeden Tag – egal bei welchem Wetter – im Garten gespielt habe und dort mit meiner Schwester und Mama eine richtige Kuschelhöhle gebaut habe. Und meine kleine Miri war auch da und durfte in einem Gatter hoppeln. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich daran, dass ich mir schon damals zahlreiche Geschichten ausgedacht habe, aber es wird mir immer wieder erzählt. Danke dafür!
In der Schule habe ich Deutsch gehasst! Ganz besonders Gedichte auswendig lernen. Ich konnte die eigentlich immer als Letzte. Aber auch nur weil ich diese Hausaufgabe nie ernst nahm und die Gedichte eigentlich erst lernte, als die anderen sich nach und nach neben den Lehrer stellten und diese Vortrugen. Ganz selten habe ich die mal wirklich zu Hause gelernt.
Aber was mir dann Spaß machte war es ein Gedicht zu verfassen oder Aufsätze zu schreiben. – Zumindest mehr Spaß als Gedichte auswendig lernen.
Trotz allem auch dafür Danke. Durch diese Erfahrungen habe ich Schließlich auch gelernt, dass eine Medallie zwei Seiten hat.
Auch wenn wir schon selbst lesen konnten, so wollten wir sicher bis zum Wechsel aufs Gymnasium, dass Mama uns vorm Schlafen gehen vorliest. Natürlich nicht solche Geschichten aus Bilderbüchern, sondern Spannendes, ohne viele Bilder. So las Mama uns zum Beispiel „Die unendliche Geschichte“, „Momo“ und sämtliche Abenteuer vom „Sam’s“ vor.
Danke dafür!
Natürlich las ich auch selbst. Vor allem die Bücher von Knister – und ich liebe sie nach wie vor. Später kam auch noch so was wie „Hanni und Nanni“ oder „Die Knickerbocker Bande“ (wobei meine Schwester die mehr gelesen hat) dazu.
Danke, dass wir ständig mit neuen Büchern versorgt wurden und auch immer wieder zu Lesungen in der Bücherei gegangen sind.
Vielen Dank auch an Elke, dass sie uns ’94 so süße Schreibbücher mit Bärchen drauf schenkte. Dort verfasste ich meine ersten Texte – außerhalb von Hausaufgaben.
Wenn ich diese heute wieder lese muss ich einfach nur schmunzeln, aber ich merke, schon damals hatte ich eine blühende Phantasie und versuchte mich daran die ersten Bilder mit Worten zu zeichnen.
In der 5 Klasse – das war ’96 – verfasste ich im Oktober oder November die Geschichte „Mimi Maus und ihr Freunde“ und schenkte sie Mama zum Namenstag.
Als ich die Geschichte nochmals komplett ordentlich abgeschrieben hatte, kopierten wir diese und verschenkten sie zu Weihnachten. Noch heute erzählen mir manche von dem Werk von damals und wollen manches mal nicht glauben, dass ich die Geschichte selbst geschrieben und nicht abgeschrieben habe.
Hmm.. vielleicht schicke ich die wirklich irgendwann mal an einen Verlag. Ich habe sie ja schließlich bereits abgetippt und das Original brav in einen Ordner.
Danke auf jeden fall an alle, die mich durch ihr positives Feedback jedes Mal auf munterten.
Schweden. Nicht nur Inspiration, sondern auch der Beginn einer neuen Ära.
Ich war 12 Jahre alt, als meine Schwester, Mama, meine Patentante und ich unseren ersten (?) Urlaub in Schweden verbrachten. Zum einen genossen wir die Landschaften, aber dann spielten wir vor allem auch viele Gesellschaftsspiele, puzzelten oder lasen.
An einem Nachmittag befanden wir uns im Zimmer meiner Tante und sie hatte ihren Koffer geöffnet. Und da lag es und lächelte mich an. „Die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley. Ich hatte meine Bücher alle so weit durchgelesen und so schnappte ich es mir aus dem Koffer und begann zu lesen. Auch wenn meine Tante meinte, dass sie es ja eigentlich auch lesen wolle, so durfte ich es trotz allem weiter verschlingen. Mein erstes Buch der Artus-Sage. Ich kannte zwar bereits den Zeichentrickfilm „Prinz Eisenherz“ aber solch eine mystische Welt wie dieses Buch zauberte dieser nicht.
Und damit war es um mich geschehen. Die Artussage ist bis heute diejenige, die mich am meisten fasziniert.
Seit jenem Tag waren historische Romane und vor allem auch die Fantasie nicht mehr aus meinem Leben weg zu denken.
Danke dafür!
Schließlich wurde ich durch Marion Zimmer Bradley auf den Darkover-Zyklus aufmerksam. Irgendwo entdeckte Mama ein Mängelexemplar von „Ashara’s Rückkehr“ und ich konnte gemeinsam mit Maguerida Alton den Planeten Darkover mit seinen vier Monden und seinen Bewohnern kennen lernen.
Kurz danach entdeckten wir bei Weltbild die Sammler-Edition zum Darkover-Zyklus und Mama schenkte mir diese.
Danke dafür, denn dadurch hat sich vieles bewegt…
Darkover war für mich nicht nur einfach eine tolle Geschichte, sondern eine Welt in die man abtauchen konnte – heute noch so wie damals.
Durch Darkover landete ich auch immer mehr im Internet und lernte neue Leute kennen. Unter anderem trafen wir uns auf Cons und kleideten uns so, wie wir es aus den Büchern kannten und hatte einfach viel Spaß mit einander.
Auch wurde ich dadurch auf Rollenspiele und Larp aufmerksam. Danke dafür!
Das Darkover-Rollenspiel – für mich ein weiterer großer Wendepunkt, Ich weiß nicht mehr genau ob ich vor oder während dieser zeit mein 20 Seiten Manuskript-Skelett fertig stellte – aber auf jeden fall habe ich es durchs Rollenspiel geschafft mich ausführlicher mit dem geschriebenen Wort auseinander zusetzen. Dadurch wurden nicht nur meine Deutschnoten besser und ich merkte, dass die Beschäftigung mit Texten Spaß machen kann, vor allem aber lernte ich etwas kennen, was mir richtig Spaß machte. Nämlich das Schreiben.
Danke dafür!
Über die Jahre entwickelte sich mein Hobby „Rollenspiel“ weiter und ich bin stolz darauf es geschafft zu haben ein aktives Rollenspiel in einer eigenen, von den Spielern gestalteten Welt ins leben gerufen zu haben.
Vielen Dank an alle, die dies ermöglicht haben und sich aktiv an diesem vorhaben beteiliegen. Neue Gesichter sind bei uns jeder Zeit Willkommen! (Infos gibt es hier)
Aber nicht nur das Rollenspiel hat sich weiter entwickelt. Durch Darkover habe ich ein sehr liebes Pärchen kennen gelernt, die mir Ragnarok Online zeigten. Wodurch ich meinen Liebling kennen lernte.
Mit unserer Kenn-Lerngeschichte „Schicksal“ habe ich auch meinen ersten Geschickten-Wettbewerb gewonnen.
Danke dafür!
Neben Ragnarok Online vertiefte ich mich auch immer mehr ins Schreiben. Eigentlich kann ich sagen, dass ich seit ich 16/77 bin regelmäßig Schreibe.
Immer wieder wurde ich ermuntert und unterstützt weiter zu machen.
Seit Mai 2005 arbeite ich nun an der Schreibschule und spüre deutliche Verbesserungen in meinem Schreibstil. Ich muss sagen, ich werde immer zufriedener mit meinen Texten.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei all denen bedanken, die all dies ermöglicht haben. Vielen Dank auch, dass mich so viele auf meinem Weg zum Schriftsteller begleiten und ständig motivieren weiter zu machen. Danke!
Ich weiß wo meine Ziele liegen. Ich kenne einige meiner Stärken und Schwächen. Vor allem aber weiß ich, dass ich immer irgendwo am Horizont einen Hoffnungsschimmer finden kann.
Natürlich gibt es auch viele negative Dinge die ich gerne ändern würde – aber manches davon steht nicht in meiner Macht. Die Dinge, die ich ändern kann habe ich bereits in Angriff genommen und arbeite fleißig daran die zu meiner Zufriedenheit abzuändern. Und ich muss sagen. ich bin sehr dankbar dafür, dass ich dies kann.
Eigentlich gibt es nicht mehr viel, was ich zum Thema Dankbarkeit sagen möchte. Ich denke, das Wichtigste ist, dass Dankbarkeit ein Gefühl tief aus dem Inneren und nicht oberflächliche Höflichkeit ist. Natürlich sagt man auch aus Höflichkeit „Danke“. Aber die Dinge, für die wir wirklich Dankbar sind, die spüren wir tief in unserem Inneren. Und ich denke dies geht nicht nur mir so, sondern jedem von uns.
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich dies für mich noch mal in Worte gefasst und deutlich vor Augen geführt habe.
Nun möchte ich euch aber wieder in den Alltag entlassen und mit folgenden Worten enden:
Ich bin dankbar, dass ich so bin wie, ich bin.
Ich bin dankbar, dass ich lebe und die Welt erkunden kann.
Vielen Dank für’s lesen
Eluin