Herbstwald-Sofa im Gedankennebel

Veröffentlicht von Laura Kier am

Der erste Tag des neuen Jahres ist beinahe vorüber. Ich bin müde und dennoch voller Tatendrang. Gestern schrieb ich über das »Dazwischen« und heute stelle ich fest, dass ich mich noch stärker in einem Zwischenzustand fühle. Jedes Jahr am 1. Januar erlebe ich Ähnliches.

Die Nacht war kurz, Silvester anstrengend, wenn auch voller bunter Lichter und netter Gespräche. Sogar eine Kniffel-Runde floss in den Abend ein und wir haben ein wenig Magie gewirkt: Drei Spieler*innen und alle drei hatten wir am Ende 215 Punkte. Das hat mich innerlich sehr zum Schmunzeln gebracht. Durch Musik, Karaoke, spazieren und dem Knallen vieler Böller, war mein Nervensystem allerdings vollständig übersättigt. Nach derartigen Erlebnissen fehlt mir am nächsten Tag oft die Energie und Konzentration. Mein Denken fühlt sich an, als würde dichter Nebel meine Gedanken einhüllen. Aber das ist in Ordnung, da wir heute nichts tun müssen, sondern ausruhen, zocken und diesen Zwischentag genießen können. 2026 darf in Ruhe starten und dann Stück für Stück seine Farben zeigen.

An dieser Stelle möchte ich dir einen angenehmen Jahresbeginn wünschen. Hoffentlich mit weniger Nebel im Kopf, aber genauso viel Tatendrang, um deine Träume zu verwirklichen.
Meine Träume und Wünsche für dieses Jahr führen mich weiter in die vielfältigen Welten meiner Bücher. Ich möchte gerne vieles Umsetzen, was ich seit Längerem als Ideen oder Rohfassungen liegen habe. Wann ich allerdings in welche Welt eintauche, werde ich erleben.
Viele Projekte entstehen bei mir in Etappen. Auch diesen Blogartikel habe ich nicht in einem Rutsch geschrieben, sondern stückchenweise über den Tag verteilt. Immer so, wie ich Lust hatte. Ein wenig Timberborn spielen, dann wieder Katzen kuscheln, spazieren gehen, die Reste vom Silvesterabend aufräumen und einfach ausruhen … Ruhe. Das wünsche ich mir derzeit vor allem, nachdem die Feiertage zwar schön, aber doch anstrengend waren.

Außerdem habe ich mir die Zeit genommen, das Foto herauszusuchen, das mich seit dem Blogartikel gestern nicht mehr losgelassen hat. Ich hätte es zwar ebenso gut in den gestrigen Artikel einfügen können, aber es fühlt sich besser an, dem Bild mehr Raum zu geben.

Ein Sofa und ein Kinderwagen stehen mitten im Herbstwald

Müll oder magisch?

Das Foto ist 2020 im Wald bei uns in der Nähe entstanden. Es war ein Moment, in dem ich nicht recht wusste, was ich fühlen soll. Wieder so ein »Dazwischen«. Ich fühlte mich hin- und hergerissen zwischen »wer macht so etwas?« – voller Ärger und Frust über derartige Menschen, die im Wald ihren Müll abladen – und der Faszination für diese Szene. Es war für mich Inspiration pur. Wenn du magst, komm mit und begleite mich ein paar Schritte auf diesen Spaziergang:
Das Wetter war angenehm. Die Sonne schien und ich war unterwegs, um ein paar Naturmomente einzufangen. Nichts ahnend schlenderte ich den Waldweg entlang und hielt Ausschau nach Pilzen, Blüten und anderen Wegbegleitern, die ich häufig dann entdecke, wenn ich genauer hinschaue. Ich ließ meinen Blick schweifen, die Kamera in der Hand.

An diesem Tag sind mehrere Fotos entstanden, die mir auch über fünf Jahre später noch gefallen. Doch am meisten irritiert und bewegt haben mich das Sofa und der Kinderwagen mitten im bunten Herbstwald. An die anderen Aufnahmen habe ich nur noch vage Erinnerungen. Es war ein farbenfroher Spaziergang und ich genoss die einzelnen Augenblicke sehr. Besonders die Fotos oberhalb eines Anglersees haben mich begeistert. Ich konnte zwar nicht so gut dieses herrliche Glitzern der Sonne auf dem Wasser und im Herbstlaub einfangen, aber wenn ich mir die Fotos ansehe, stehe ich wieder oberhalb des Sees und freue mich darüber, was die Natur für mich an diesem Tag gezaubert hat.

In der Sonne glitzert ein See, umgeben von buntem Herbstlaub

Sonne und Laub im bunten Farbenspiel

Sofa und Kinderwagen haben sich aber anders in meine Gedankenwelt eingebrannt. Neben den Gefühlen von Ärger und Frust strömte auch eine magische Faszination auf mich ein. Es war, als wäre ich an einen Ort der Einladung für eine Auszeit gelangt. Ein Ort für einen Neubeginn des Lebens. In meiner Vorstellung durfte ein Kind in solch einer Umgebung im Kinderwagen schlafen und dem leisen Rauschen der Blätter lauschen. Die Sonne kitzelte die Eltern, die auf dem Sofa ausruhten und den Herbsttag genau wie ich genossen. Sie hatten ihr Wohnzimmer nach draußen verlegt und den freien Blick auf die bunten Bäume gewählt … Vielleicht waren auch Herbstelfen vorbeigekommen und hatten mir einen Moment in ihrer Welt erlaubt …

Für mich lebte dieser Ort, auch wenn ich mir durchaus bewusst war, dass Menschen hier nur ihren Müll abgeladen hatten. Auch damals fühlte ich mich »dazwischen«, ebenso wie heute, wenn ich über diese Erinnerung schreibe. Der Spaziergang von damals wird durch die Fotos und diesen speziellen Moment im Wald wieder lebendig für mich. Es ist, als dürfte ich in der Zeit springen, auch wenn ich gemütlich auf meinem Schreibtischstuhl sitze und diese Zeilen schreibe.
Wieder merke ich, dass ein neuer Funke sich in mir zeigen möchte. Oft habe ich das Gefühl, dass ich zwar viel Inspiration sammle, sie aber nie mit der Welt teilen würde. Doch jetzt erkenne ich, dass manches einfach mehr Zeit benötigt, um zu reifen. Genau wie meine Welten. Alles darf in Etappen entstehen und vielleicht ist es auch so mit den Erinnerungen. Manche werden dann wieder lebendig, wenn sie geteilt werden wollen und ich genauer hinschauen soll. Nichts geht wirklich für mich verloren, aber manches möchte noch ein wenig länger wachsen.

Vielleicht liebe ich deshalb bunt und mag es nicht, wenn das Leben in Schwarz-weiß-Schemata eingeordnet wird. Selbst der dichte Nebel, der heute mein Denken verlangsamt, ist wir mich nicht ausschließlich nervig. Da ist auch eine Ruhe und Entspannung, die mir die Möglichkeit gibt, anders als sonst in Worte, Gedanken und alles, was mich umgibt, einzutauchen.

Mehr und mehr beginnt es in mir zu kribbeln, wenn ich daran denke, dass in wenigen Minuten bereits der zweite Tag des neuen Jahres beginnt und ich mit jedem neuen Erwachen herausfinden darf, was mir im Alltag begegnet. Seien es Erinnerungen, magische Momente oder Begegnungen in der Natur. Ich bin gespannt und freue mich auf viele neue Erinnerungen, die ich dieses Jahr sammeln kann.

Auch dir wünsche ich, dass 2026 ein Jahr voller magischer Momente wird, an die du dich später erinnern kannst.

Alles Liebe

Laura Kier



Laura Kier

»Träume verändern die Zukunft. Doch erst wenn wir die Augen öffnen, können wir sie verwirklichen!« Mit diesen Worten in Gedanken, schafft Laura Kier magische, mystische und vielleicht auch gefährliche Welten voller Abenteuer, die Lichtfunken in dein Leben tragen können. Sie lädt mit ihren Texten Leser:innen ein, den eigenen Träumen zu folgen. Neben dem Schreiben genießt sie die Natur, liebt das Leben und ist vielfältig kreativ unterwegs, wenn ihre beiden verspielten Katzen es erlauben.

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