Herbstwald-Sofa im Gedankennebel
Der erste Tag des neuen Jahres ist beinahe vorĂŒber. Ich bin mĂŒde und dennoch voller Tatendrang. Gestern schrieb ich ĂŒber das »Dazwischen« und heute stelle ich fest, dass ich mich noch stĂ€rker in einem Zwischenzustand fĂŒhle. Jedes Jahr am 1. Januar erlebe ich Ăhnliches.
Die Nacht war kurz, Silvester anstrengend, wenn auch voller bunter Lichter und netter GesprĂ€che. Sogar eine Kniffel-Runde floss in den Abend ein und wir haben ein wenig Magie gewirkt: Drei Spieler*innen und alle drei hatten wir am Ende 215 Punkte. Das hat mich innerlich sehr zum Schmunzeln gebracht. Durch Musik, Karaoke, spazieren und dem Knallen vieler Böller, war mein Nervensystem allerdings vollstĂ€ndig ĂŒbersĂ€ttigt. Nach derartigen Erlebnissen fehlt mir am nĂ€chsten Tag oft die Energie und Konzentration. Mein Denken fĂŒhlt sich an, als wĂŒrde dichter Nebel meine Gedanken einhĂŒllen. Aber das ist in Ordnung, da wir heute nichts tun mĂŒssen, sondern ausruhen, zocken und diesen Zwischentag genieĂen können. 2026 darf in Ruhe starten und dann StĂŒck fĂŒr StĂŒck seine Farben zeigen.
An dieser Stelle möchte ich dir einen angenehmen Jahresbeginn wĂŒnschen. Hoffentlich mit weniger Nebel im Kopf, aber genauso viel Tatendrang, um deine TrĂ€ume zu verwirklichen.
Meine TrĂ€ume und WĂŒnsche fĂŒr dieses Jahr fĂŒhren mich weiter in die vielfĂ€ltigen Welten meiner BĂŒcher. Ich möchte gerne vieles Umsetzen, was ich seit LĂ€ngerem als Ideen oder Rohfassungen liegen habe. Wann ich allerdings in welche Welt eintauche, werde ich erleben.
Viele Projekte entstehen bei mir in Etappen. Auch diesen Blogartikel habe ich nicht in einem Rutsch geschrieben, sondern stĂŒckchenweise ĂŒber den Tag verteilt. Immer so, wie ich Lust hatte. Ein wenig Timberborn spielen, dann wieder Katzen kuscheln, spazieren gehen, die Reste vom Silvesterabend aufrĂ€umen und einfach ausruhen ⊠Ruhe. Das wĂŒnsche ich mir derzeit vor allem, nachdem die Feiertage zwar schön, aber doch anstrengend waren.
AuĂerdem habe ich mir die Zeit genommen, das Foto herauszusuchen, das mich seit dem Blogartikel gestern nicht mehr losgelassen hat. Ich hĂ€tte es zwar ebenso gut in den gestrigen Artikel einfĂŒgen können, aber es fĂŒhlt sich besser an, dem Bild mehr Raum zu geben.
Das Foto ist 2020 im Wald bei uns in der NĂ€he entstanden. Es war ein Moment, in dem ich nicht recht wusste, was ich fĂŒhlen soll. Wieder so ein »Dazwischen«. Ich fĂŒhlte mich hin- und hergerissen zwischen »wer macht so etwas?« â voller Ărger und Frust ĂŒber derartige Menschen, die im Wald ihren MĂŒll abladen â und der Faszination fĂŒr diese Szene. Es war fĂŒr mich Inspiration pur. Wenn du magst, komm mit und begleite mich ein paar Schritte auf diesen Spaziergang:
Das Wetter war angenehm. Die Sonne schien und ich war unterwegs, um ein paar Naturmomente einzufangen. Nichts ahnend schlenderte ich den Waldweg entlang und hielt Ausschau nach Pilzen, BlĂŒten und anderen Wegbegleitern, die ich hĂ€ufig dann entdecke, wenn ich genauer hinschaue. Ich lieĂ meinen Blick schweifen, die Kamera in der Hand.
An diesem Tag sind mehrere Fotos entstanden, die mir auch ĂŒber fĂŒnf Jahre spĂ€ter noch gefallen. Doch am meisten irritiert und bewegt haben mich das Sofa und der Kinderwagen mitten im bunten Herbstwald. An die anderen Aufnahmen habe ich nur noch vage Erinnerungen. Es war ein farbenfroher Spaziergang und ich genoss die einzelnen Augenblicke sehr. Besonders die Fotos oberhalb eines Anglersees haben mich begeistert. Ich konnte zwar nicht so gut dieses herrliche Glitzern der Sonne auf dem Wasser und im Herbstlaub einfangen, aber wenn ich mir die Fotos ansehe, stehe ich wieder oberhalb des Sees und freue mich darĂŒber, was die Natur fĂŒr mich an diesem Tag gezaubert hat.
Sofa und Kinderwagen haben sich aber anders in meine Gedankenwelt eingebrannt. Neben den GefĂŒhlen von Ărger und Frust strömte auch eine magische Faszination auf mich ein. Es war, als wĂ€re ich an einen Ort der Einladung fĂŒr eine Auszeit gelangt. Ein Ort fĂŒr einen Neubeginn des Lebens. In meiner Vorstellung durfte ein Kind in solch einer Umgebung im Kinderwagen schlafen und dem leisen Rauschen der BlĂ€tter lauschen. Die Sonne kitzelte die Eltern, die auf dem Sofa ausruhten und den Herbsttag genau wie ich genossen. Sie hatten ihr Wohnzimmer nach drauĂen verlegt und den freien Blick auf die bunten BĂ€ume gewĂ€hlt ⊠Vielleicht waren auch Herbstelfen vorbeigekommen und hatten mir einen Moment in ihrer Welt erlaubt âŠ
FĂŒr mich lebte dieser Ort, auch wenn ich mir durchaus bewusst war, dass Menschen hier nur ihren MĂŒll abgeladen hatten. Auch damals fĂŒhlte ich mich »dazwischen«, ebenso wie heute, wenn ich ĂŒber diese Erinnerung schreibe. Der Spaziergang von damals wird durch die Fotos und diesen speziellen Moment im Wald wieder lebendig fĂŒr mich. Es ist, als dĂŒrfte ich in der Zeit springen, auch wenn ich gemĂŒtlich auf meinem Schreibtischstuhl sitze und diese Zeilen schreibe.
Wieder merke ich, dass ein neuer Funke sich in mir zeigen möchte. Oft habe ich das GefĂŒhl, dass ich zwar viel Inspiration sammle, sie aber nie mit der Welt teilen wĂŒrde. Doch jetzt erkenne ich, dass manches einfach mehr Zeit benötigt, um zu reifen. Genau wie meine Welten. Alles darf in Etappen entstehen und vielleicht ist es auch so mit den Erinnerungen. Manche werden dann wieder lebendig, wenn sie geteilt werden wollen und ich genauer hinschauen soll. Nichts geht wirklich fĂŒr mich verloren, aber manches möchte noch ein wenig lĂ€nger wachsen.
Vielleicht liebe ich deshalb bunt und mag es nicht, wenn das Leben in Schwarz-weiĂ-Schemata eingeordnet wird. Selbst der dichte Nebel, der heute mein Denken verlangsamt, ist wir mich nicht ausschlieĂlich nervig. Da ist auch eine Ruhe und Entspannung, die mir die Möglichkeit gibt, anders als sonst in Worte, Gedanken und alles, was mich umgibt, einzutauchen.
Mehr und mehr beginnt es in mir zu kribbeln, wenn ich daran denke, dass in wenigen Minuten bereits der zweite Tag des neuen Jahres beginnt und ich mit jedem neuen Erwachen herausfinden darf, was mir im Alltag begegnet. Seien es Erinnerungen, magische Momente oder Begegnungen in der Natur. Ich bin gespannt und freue mich auf viele neue Erinnerungen, die ich dieses Jahr sammeln kann.
Auch dir wĂŒnsche ich, dass 2026 ein Jahr voller magischer Momente wird, an die du dich spĂ€ter erinnern kannst.
Alles Liebe
Laura Kier


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