Silvester zwischen Lärm und Licht
Heute ist Silvester und in ein paar Stunden beginnt bereits das neue Jahr. Für mich eine interessante Zeit mit einem Blick zurück und nach vorne. Eine Zeit voller Magie, wo alt auf neu trifft und wir zwischen den Jahren in der Dunkelheit Lichter entzünden. Aber das ist noch nicht alles …
Gerade bin ich auf einem Spaziergang, weil meine Oma morgen weggeweht wird. Zumindest hat das die Diktierfunktion auf dem Spaziergang verstanden. Eigentlich meinte ich, dass mir die Ohren ganz schön durchgepustet werden. Aber dennoch ist es schön. Die Wolken ziehen rasend schnell über den Himmel. Ab und an kommt die Sonne durch. Ungewohnt viele Menschen sind unterwegs. Manche mit Hunden, andere ohne. Der Weg ist matschig und nicht mehr schön vereist wie am Vortag. Doch ich genieße es. Die Gräser rauschen um mich herum und das Knallen von Böllern und Feuerwerk ist zu hören.

Auch das ist so ein ambivalenter Punkt. Ich liebe die Lichter, die bunt über den dunklen Himmel ziehen. Gleichzeitig kann ich gut verstehen, dass es für Tiere alles andere als angenehm ist. Für viele ist es eine Zeit der Angst, egal ob in Ställen, im Freiland oder bei uns in den Wohnungen. Manche vergleichen das Knallen zwar mit einem Gewitter, aber wenn du mich fragst, klingt das völlig anders. Lauter, eher wie ein Schuss, nicht wie das Donnern und Grollen eines Gewitters. Trotzdem freue ich mich darauf, nachher wieder die Lichter am Himmel zu sehen. Es ist komisch, und ich kann auch jeden verstehen, der gegen die Knallerei ist.
Ich merke immer wieder, dass ich selbst in negativen Situationen oder wenn ich etwas sehe, das Schöne in der Umgebung suche. Sei es im Feuerwerk oder auch bei weggeworfenem Müll in der Landschaft.
Bei meinem Spaziergang kam mir ein Szene vor einigen Jahren im Wald in den Sinn. Da stand plötzlich ein Sofa und ein Kinderwagen auf einer Lichtung neben dem Weg. Irgendwer hatte dort seinen Hausrat entsorgt. Gut? Ganz und gar nicht! Trotzdem hatte es etwas Inspirierendes. Ich weiß noch nicht, ob ich daraus eine Szene mache, aber so bizarr diese Situation war, ich konnte ihr doch einen Funken abgewinnen.
So geht es mir erstaunlich oft. Heute, in den letzten Stunden des Jahres, wird mir das wieder besonders bewusst. Ich liebe das Dazwischen. Sei es die Küste zwischen Land und Meer oder auch der Sonnenauf- oder -untergang als Grenze zwischen Tag und Nacht. Für mich liegt dort die Magie, nach der ich mich sehne und die ich in meine Texte einfließen lasse.
Für mich war 2025 ein bewegtes Jahr voller Veränderungen, mit Momenten des Ankommens und Weitergehens. Ich habe geheiratet, geschrieben, veröffentlicht (»Wenn Mooswichtel träumen und Phönixfedern wieder wachsen«, »Katzenpfoten & Lichtfunken – Insas Weg zum Glück«, »Lichtfunken im Alltag«), war wandern und habe viel anderes erlebt. Nicht immer bin ich so vorwärts gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte, aber doch habe ich auch aus Druck und Stress einiges gelernt. Dadurch finde ich immer mehr in meinen eigenen Rhythmus.
Für das kommende Jahr wünsche ich mir, diesen Rhythmus zu verfeinern, um mehr Raum fürs Schreiben, fürs Entdecken und Kreativ sein in den Alltag zu integrieren.
Zum Jahresabschluss habe ich noch eine kleine, neue Meditation für dich. Und falls du noch weitere Lichtfunken in deinen Alltag integrieren möchtest, lade ich dich herzlich in meinen wieder reaktivierten WhatsApp-Kanal ein.
Jetzt freue ich mich darauf, im nächsten Jahr wieder magische Momente im Alltag zu entdecken und zu teilen.
Einen guten Rutsch dir und deinen Lieben – und falls du es erst im nächsten Jahr liest: ein frohes neues Jahr.
Alles Liebe
Laura Kier
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