Märchensommer und Märchenrallye 2021

Published by Laura Kier on

Liest du gerne Märchen? Seit meiner Kindheit faszinieren sie mich. Deshalb schreibe ich sowohl eigene Märchen als auch Märchenadaption. Aber was genau ist das, dass mich so an Märchen begeistert?

Faszination Märchen

Wenn ich es auf einen Punkt bringen wollen würde, wäre es sicher der Funken Magie, der in jedem Märchen steckt. Mit Magie meine ich nicht Zauberer und Hexen – auch wenn sie häufig in Märchen vorkommen – oder magische Kräfte wie bspw. in Harry Potter, sondern ein magisch-märchenhaftes Setting. Auch die vielen unterschiedlichen Charaktere, Wesen und die vielfältigen Botschaften, machen Märchen für mich zu etwas Besonderem. Sie sind facettenreich, auch wenn sie oft klare Einteilungen von Gut und Böse nutzen. Dadurch kann ich sie immer wieder lesen, weil ich jedes mal etwas Neues in ihnen entdecke.

Beim schreiben meiner Märchenadaption „Myalig – gestohlene Leben“, die das französische Märchen „Die schöne und das Biest“ als Hintergrund hat, habe ich gemerkt, wie viel in Märchen steckt. Mittlerweile habe ich viele Varianten von dem Märchen gelesen und als Film gesehen, trotzdem wird es nicht langweilig für mich, noch tiefer in dieses eine Märchen einzutauchen. Ich kann es mir immer wieder durchlesen und ansehen. Das ist etwas, was ich nur bei wenigen Büchern erlebe, bei Filmen schon eher.
Mittlerweile ist „Die Schöne und das Biest“ vielleicht sogar zu meinem Lieblingsmärchen geworden. Wobei auch „Jorinde und Joringel“ oder „Der gestiefelte Kater“ oder „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ definitiv zu meinen Favoriten gehören. Es ist mir so ans Herz gewachsen, weil ich mich sehr intensiv mit den Inhalten beschäftigt habe. Deshalb freue ich mich auch, dir im Zuge des Märchensommers von PoiSonPaiNter nun ein wenig mehr über die Hintergründe und das ursprüngliche Märchen erzählen zu können.

Das Märchensommer Rallye Banner zeigt eine Scherenschnitt-Fee, die Glitzer auf den verschnörkelten Schriftzug "Märchensommer Rallye" über einem aufgeschlagenen Buch streut; alles vor einer grünen Wiese neben einem Baum und Sonnenstrahlen im Hintergrund

„Die Schöne und das Tier“ – ein Blick hinter den Vorhang?

Wie gut kennst du das Märchen „Die Schöne und das Biest“ – oder auch „Die Schöne und das Tier“? Hast du schon mal die Fassung auf projekt-gutenberg.org gelesen, die eine Übersetzung des französischen Originals sein soll?
Zu den Disney-Filmen gibt es erstaunliche Unterschiede. Damit hatte ich auch bei meiner Märchenadaption „Myalig – gestohlene Leben“, zu kämpfen: An welche Version sollte ich mich halten? Am Ende ist deshalb aus Myalig eine kleine Mischung mehrere Versionen geworden.

  • Amanda hat Geschwister bekommen, so wie im französischen Original.
  • In der Disney-Version gibt es einen Angriff auf das Schloss des Biests, doch im Original wird er dadurch „verwundet“, dass sie ihn zu lange allein lässt. Hier habe ich eine ganz andere Variante gewählt, die mit dem Androiden Bartholomew zusammen hängt.
  • Den Ball habe ich aus den Disney-Filmen übernommen.

Ich möchte mich nicht in Parallelen und Unterschieden verlieren, sondern dir nur kurz zeigen, wie vielfältig ein einzelnes Märchen interpretiert und umgeschrieben werden kann. Für mich absolut faszinierend, vor allem auch, wenn ich an das Genre der Märchenadaptionen denke.
Allein zu „Die Schöne und das Biest/Tier“ gibt es viele unterschiedliche Varianten bzw. ähnliche Märchen und natürlich auch Adaptionen. Die Übersicht auf maerchenatlas.de fand ich beim Schreiben von Myalig sehr hilfreich, um nach weiteren Ideen zu stöbern und vor allem ein besseres Gespür für das Märchen zu bekommen.

Allen ist gemein, dass ein Vater seine Tochter einem Ungeheuer unfreiwillig zur Frau gibt. Dabei wird das Biest häufig als grob, hässlich und unfreundlich beschrieben, was sich aber nach und nach ändert. Vor allem in ihren Augen. Sie beginnt sich in ihn zu verlieben.
An dieser Stelle schreien viele mit dem Ruf „Stockholm-Syndrom“ auf. Darüber habe ich lange nachgedacht. Ja, in manchen Varianten mag es eine naheliegende Interpretation sein. Für mich – und auch einige andere Leser – besagt der eigentliche Kern, dass wir jemanden lieben lernen können, der vielleicht nach außen ein Ungeheuer zu sein scheint, aber sobald man ihn näher kennen lernt, entdecken wir eine liebenswerte Person. Das wollte ich auch mit Myalig transportieren.

Damit bin ich bei einem weiteren faszinierenden Aspekt des Märchens „Die Schöne und das Biest“ angelangt. Das Märchen bestätigt mir, was ich glaube und wovon ich überzeugt bin:

Äußere Schönheit ist im Vergleich zu dem, was in uns steckt, vergänglich und für die Liebe unwichtig

Diese Werte sind es auch, warum ich Märchen so schätze. Märchen transportieren viele Werte und machen sie durch ihre Geschichte greifbarer. Das ist auch das Ziel meiner Märchen. Jedes enthält eine Botschaft und ich hoffe, dass auch die Leser diese für sich mitnehmen können.

Im Gegensatz zu Fabeln gefällt mir bei Märchen vor allem, dass sie Moral und Werte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger präsentieren. Bei Fabeln ist es bspw. üblich, dass der letzte Satz „und die Moral von dieser Geschichte …“ diese Werte und Normen mit dem Holzhammer bekräftigt, damit jeder ohne nachdenken versteht, was der Text aussagen soll. Dadurch geht für mich zum Teil verloren, was ich selbst aus der Geschichte mitnehmen und interpretieren möchte. Gerade die eigene Interpretation und auch das Nachdenken über eine Geschichte finde ich aber sehr wichtig, damit ein Buch wirken kann. So nehme ich den Text noch ein wenig in Gedanken mit, beschäftige mich länger damit und werde so auch ein wenig ein Teil dieser Geschichte.

Märchenhafte Auszeit im Märchensommer

Ich bin niemand, der gerne andere belehrt, dennoch mag ich es, eine klare Botschaft mit meinen Texten zu vermitteln. Meine Märchen, die kein klassisches Märchen adaptieren, sondern ein Original von mir sind, habe ich unter dem Reihen-Titel „märchenhafte Auszeit“ (die Märchen können unabhängig voneinander gelesen werden) veröffentlicht. Mein Wunsch ist es, dass wir uns mehr Zeit im Alltag nehmen, um uns selbst, unsere Wünsche, Ziele und auch Werte zu entdecken. Was wollen wir eigentlich? Was ist uns wichtig? Ich möchte dazu einladen, darüber nachzudenken. Natürlich ist es mir auch wichtig, zu unterhalten und eine schöne Auszeit mit einer guten Geschichte zu schreiben, aber ich möchte keine lose Aneinanderreihung von Begegnungen notieren, sondern eine Botschaft mit auf den eigenen Weg geben. Ob mir das gelingt, das kannst du nur selbst beurteilen, wenn du meine Märchen und anderen Romane liest.

Im Moment bin ich sehr gespannt auf den Märchensommer und die Märchenrallye von PoiSonPaiNter, weil ich neugierig bin, wie andere Leser Märchen wahrnehmen, interpretieren und welche Ideen sie dazu haben. Dich möchte ich dazu einladen, den Links zu folgen und in den anderen Blogs zu stöbern. Lass dich aus deinem Alltag entführen und in von neuen Ideen inspirieren.

Um deinen Weg ein Stück zu leiten, möchte ich dir nun die Rallye-Frage zu meinem Blogartikel stellen:

In welchem Land spielt Die Schöne und das Biest?

Auch zu meinem Blog-Artikel gibt es einen Lösungsbuchstaben, mit dem du am Gewinnspiel zum Märchensommer teilnehmen kannst:

Ein E um dessen Arme Ranken geschlungen sind auf schwarzem Grund und mitgrauen graden Rahmen und darum noch ein weißer eckiger Rahmen

Lösungsbuchstabe e zur Märchenrallye

Dieser Beitrag ist nur eine Station der Märchensommer Märchenrallye von PoiSonPaiNter, den Anfang dieser Runde findest du hier: Start-Beitrag zur Märchenrallye von PoiSonPaiNter


Gibt es etwas, dass dich besonders an Märchen interessiert und fasziniert? Welches Märchen ist dein Favorit? Magst du es mir verraten?

Alles Liebe,

Laura Kier


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