Die Wolken sind mein Ziel

Planungs Chaos

Immer wieder passiert es mir: Ich setze mir mehrere Ziele und erreiche nur einen Teil davon. Oder ich setze mir ein viel zu hohes Ziel, dass sich zum gewünschten Zeitpunkt noch in weiter Ferne befindet. Frustriert gebe ich auf oder gönne mir trotzdem meine Belohnung, auch wenn ich mich nicht ganz wohl dabei fühle.

Jeder neue Versuch zeigt mir: Ich habe nicht gelernt, mir kleinere Ziele zu stecken oder den Zeitraum angemessen zu wählen. Wie schaffe ich es also, nicht nach den Wolken greifen zu wollen, sondern lieber nur die Äpfel im Baum zu pflücken?

Druck, Stress & Selbstdisziplin

Häufig überlade ich meinen Zeitplan mit derart vielen Vorsätzen, dass ich diese unmöglich schaffen kann. Ich will nicht nur meine Beete umgraben, sondern auch neue Keimlinge säen, die Bäume wässern, den Rasen mähen und einen Teich anlegen. Aber das nicht innerhalb von ein paar Wochen sondern am besten sofort, wenn nicht sogar gestern. – Natürlich kann dies nur schiefgehen. Der Druck den ich mir mache, um diese Ziele zu erreichen setzt nicht nur mich selbst unter Stress. Auch mein Umfeld bekommt dies ab. Entweder weil ich gereizt bin und entsprechend unflexibel reagiere oder weil ich Freunde und Familie versuche einzuspannen, um meine persönlichen Ziele zu erreichen.

Meine Selbstdisziplin ist ein weiterer Punkt, der zwei Seiten hat. Auf der einen Seite hilft mir diese dabei, meine Ziele überhaupt zu erreichen, aber gleichzeitig blockiert sie mich auch. Ich will oft genug viel zu viel schaffen, wodurch in meinem Garten Chaos herrscht. Dort liegt der Spaten, mit dem ich begonnen habe ein Beet umzugraben. Der Schlauch ist auch schon ausgelegt, aber das Wasser fließt noch nicht. Samen müssen noch herausgesucht werden. Auch der Rasenmäher steht bereit, aber das Benzin ist leer.
Stück für Stück versuche ich bei jeder Aufgabe einen Schritt voran zu kommen, um auch bloß alles zu schaffen. Statt mich auf ein Projekt zu konzentrieren, setze ich mich lieber unter Druck und bemühe mich, diszipliniert überall weiter zu kommen. – Keine Frage: Das geht nach hinten los. Zehn Baustellen, keine abgeschlossen. Da ist nicht nur Frust vorprogrammiert, sondern auch Stress.

Wie komme ich also weiter? To-do-Listen, gescheite Priorisierung, Zeitmanagent; alles Schlagwörter, die weiterbringen sollen, mir persönlich aber nicht helfen. Diese Techniken sind durchaus sinnvoll und haben ihre Daseins-Berechtigung, aber mich stürzen diese immer tiefer in den Sumpf meiner Aufgaben. Ich sehe vor Augen, was ich alles zu tun habe. Was getan werden sollte und auch in welcher Reihenfolge. Dazu kommt die Zeit. Viel zu wenig, um nur einen Bruchteil zu erledigen. Also gerate ich in meinen persönlichen Teufelskreis aus „so viel schaffen wie möglich“, „Augen zu und durch“, „Go, go, go – niemals aufgeben“. Das derartige Gedanken unweigerlich dazu führen, dass ich mich unter Druck setze, mir unnötig viel Stress aufbürde und meine Selbstdisziplin der Anker ist, der alles zusammen hält, brauche ich denke ich nicht näher auszuführen. – Wie aber komme ich da raus?

Bestandsaufnahme

Wenn ich zurückblicke stelle ich fest, was bei mir nicht funktioniert hat:

  • To-do-Listen – ich will alles schaffen und schreibe mir die Listen zu voll → zu viel Stress und Druck
  • Aufgaben priorisieren – definitiv wichtig, aber was mache ich, wenn mir alles gleich wichtig ist oder ich unwichtige Dinge nicht einfach streichen kann, weil sie beispielsweise für jemand anderen wichtig sind?
  • Zeitmanagment – wieder heißt es To-do-Listen schreiben, Aufgaben gescheit priorisieren und ich lande beim gleichen Problem: es funktioniert für mich nicht
  • klare, kleine Ziele setzen – selbst wenn ich genau benenne, was ich schaffen will, bleibe ich beim Teufelskreis aus To-do-Listen, Aufgabepriorisierung und Zeitmanagment

Unter den genannten Punkten gibt es natürlich zahlreiche Abstufungen, aber egal auf welchen Aspekt ich meine Planungen verlagere ich lande immer wieder bei diesen drei Schlagworten. Selbst wenn ich mir klar umrissene Ziele setze und mit Belohnungen arbeite, heißt es für mich am Ende: Stress. Zu viele Aufgaben. Unmöglich alles zu schaffen.

Ganz klar: Ich brauche einen Ausweg. Wie dieser aussehen kann? Eine verdammt gute Frage!

Meine nächsten Schritte

Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich gemerkt, dass ich in einer Sackgasse stecke. Mittlerweile kenne ich diverse Strategien, trotzdem will es mir nicht gelingen, diese ohne Stress und Druck umzusetzen. Genau das habe ich in den letzten Monaten und Jahren nämlich perfekt geschafft: ALLES zu tun, um mich selbst noch mehr zu stressen und selbst in den Ruhephasen, wie bei Traumreisen oder Yoga, unter Stress mal eben schnell zu entspannen – wozu das führt, brauche ich denke ich niemandem erklären.

Planungs Chaos
Listen, Zettel, Pläne – Zeitmanagment und diverse Strategien die für mich nur noch mehr Stress bedeuten

Aus diesem Grund wundert es mich auch nicht mehr, dass ich bis zu meinem Loch im Garten absolut feststand. Hier ein bisschen gemacht, da ein bisschen. Alles etwas ausprobiert und am Ende stand ich weiterhin auf der Stelle und kam nicht voran. Aber das soll sich nun ändern.

In einem ersten Schritt habe ich angefangen, alles zur Seite zu räumen. Sprich der Rasenmäher ist wieder im Schuppen, ebenso wie Spaten und Gartenschlauch. Jetzt bin ich ruhiger, weil ich nicht mehr alle Aufgaben sehe, die irgendwo vielleicht auf mich warten. Deshalb lasse ich auch To-do-Listen und Ähnliches sein. Allerdings stehe ich nun etwas ratlos da, ruhe mich aus und versuche herauszufinden, wie meine nächsten Schritte aussehen könnten. Meine Frage nun an dich:

Wie sieht es mit dir aus?

Was tust du in derartigen Situationen? Wie schaffst du es den Überblick zu behalten und dich trotz zahlreicher Aufgaben nicht zu stressen? Oder sieht es bei dir womöglich ähnlich aus und du hast das Gefühl dich ständig abzuhetzen, zu tun und zu machen, aber doch keinen Schritt voranzukommen?

Ausblick

In meinem nächsten Beitrag würde ich dieses Thema gerne vertiefen und herausfinden, wie ich zukünftig mit zahlreichen Aufgaben umgehe, ohne mich von diesen stressen zu lassen.

4 Gedanken zu “Die Wolken sind mein Ziel”

  1. Liebe Elu,

    diesen Teufelskreis und den daraus entstehenden Frust kenne ich nur allzu gut. Du dürftest meine gelegentlichen Frustausbrüche deswegen ja auch schon mitbekommen haben. Ich neige dazu, von mir Dinge zu verlangen, bei denen ich allen anderen den Kopf wasche und sage: „Lass das, das ist zu viel!“ Wie ich dagegen angehe? Indem ich mich zum kompletten Stopp zwinge, wenn ich merke, dass die Spirale sich in Gang setzt. Ich mache mir dann klar, dass ich gerade mal wieder auf dem besten Weg in den kompletten Frust bin. Und dann erkläre ich mir selbst, dass Rom nicht an einem Tag erbaut wurde und versuche mich dann an einem Gedankenspiel (es funktioniert nicht immer, aber mittlerweile meistens). Ich stelle mir vor, die ToDo-Liste wäre nicht meine, sondern die eines Freundes. Was würde ich bei einem Freund auf die ToDo-Liste schreiben, so dass sie schaffbar bleibt, aber der Freund auch was zu tun hat? Und genau das kommt dann auf meine Liste. Die existiert übrigens nur dann in schriftlicher Form wenn ich wirklich über mehrere Tage planen muss, sonst brüllt der innere Feldwebel gleich wieder unfreundliche Dinge und will mich in den Stress treiben.

    • Oh liebe Rhia und wie ich das von dir und mir selbst kenne. Selbst das „Lass das, das ist zu viel!“ Deine Idee mit der To-do-Liste für den Freund finde ich super. Vielleicht könnte mir dieser Schritt bereits helfen etwas mehr Abstand zu bekommen. Das Stopp hab ich im Moment immerhin hinbekommen, aber ich kann nicht ewig auf der Pause-Taste stehen. Den Gedanken mit dem notieren merke ich auch immer wieder bei mir. Wenn ich es aufschreibe, ist es zu fest. Ergo „MUSS“ ich mich auch daran halten. Ich weiß, muss ist ein Wort, dass ich in diesem Zusammenhang streichen sollte, aber dieses Gefühl ist trotzdem da und noch nicht so einfach in Schach zu halten.

      Vielen Dank für deine Gedanken und Ideen. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten, wie ich es vielleicht irgendwann in den Griff bekomme.

  2. Hallo Eluin,
    jetzt also der nächste Versuch, Dir hier einen Kommentar zu hinterlassen!
    Ich habe fest gestellt (auch angeregt durch Deinen Beitrag hier), dass ich auf einmal meine To Do Liste gut abarbeite und gut hinbekomme.
    Sicher, ich bin im Vorteil, dass ich in Rente bin, obwohl ich noch einiges Ehrenamtlich mache.
    Ich habe aber aufgehört, die Ziele zu hoch zu stecken und mache mir jeden Tag einen „Plan“ im Kalender, der dann erledigt wird.
    Am Ende des Tages wird alles abgehackt, das ist wohltuend.
    Dabei ist wichtig, dass es „machbar“ ist, damit ich auch Erfolgserlebnisse habe.
    Ein Beispiel: Diese Woche ist jeden Tag ein besonderer Punkt drauf. Ich mache diesen Punkt aber sehr ungern, bis ich dran sitze! Also habe ich ihn vorausschauend täglich eingebaut. Das gibt mir Spielraum und setzt mich nicht zu sehr unter Druck. 😉
    Ich wünsche Dir viel Erfolg.
    Und hoffe mal, dass dieser Kommentar, etwas länger nun, doch an kommt.
    LG
    Ika

    • Liebe Ika,
      ich freue mich, dass ich dich dazu anregen konnte, deine To-do-Listen besser im Griff zu haben. Ich hadere leider immer noch mit den Dingern, weil ich es ständig schaffe mich selbst zu überfordern.
      Deine Idee mit den Punkten, die du ungern tust finde ich gut. Vor allem wenn du auch Aktivitäten notierst, die dir viel Spaß machen und gut tun. Weniger Druck finde ich am Wichtigsten. Das merke ich zur Zeit sehr extrem.
      Ich wünsche dir ebenfalls weiterhin viel Erfolg.
      Alles Liebe dir
      Laura/Eluin

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