Motivation wiederfinden

Published by Laura Kier on

Letzte Woche habe ich über meine Genre-Wünsche und insbesondere das Genre des »Hopepunks« geplaudert. Ich liebe es, Hoffnung zu verbreiten, meine Motivation und Inspiration weiterzugeben und vielleicht die eine oder andere Leser:in anzustecken.

Dabei stolpere ich immer wieder über die Frage: Was motiviert mich eigentlich dranzubleiben und meine Ideen in fertige Romane zu gießen?

Schreibmotivation

Egal bei welchem Projekt ist meine Motivation sehr eng mit meiner Inspiration verknüpft. Ideen fliegen mich von überall an. Sei es ein Traum, ein Song, ein Film, ein Erlebnis … Es gibt kaum etwas, was mich nicht zu einer Idee inspirieren kann – und Ideen sind meine größte Motivation, weil sie geschrieben oder in anderer Weise kreativ umgesetzt werden wollen. Viele Ideen begeistern mich so sehr, dass ich lange die Motivation für das Projekt hochhalten kann.

Nur durch den Funken einer Idee komme ich aber nicht ans Ende meiner Projekte. Dafür gibt es zu häufig Durststrecken in Form von Plotlöchern, fehlender innerer Ruhe und andere Dinge, die mich davon abhalten wollen, zu schreiben. Es gibt Phasen, da zickt meine Konzentration oder ich habe schlicht keine Lust, mich hinzusetzen und weiter zu tippen. Schreiben ist schließlich auch Arbeit, selbst wenn es viel Spaß machen kann.

Auch mein Warum, also wieso ich dieses spezielle Projekt schreiben möchte, ist ein wichtiger Punkt, um dranzubleiben. Es sagt mir, weshalb ich mich durchbeiße und vor allem: Welches Feuer mich aufwärmt, wenn der Text abkühlt und nicht mehr mit glühendem Stift neue Worte hinzufügen kann.
Sobald ich beim Schreiben ins Stocken gerate, brauche ich Motivationshilfen, um schwierigere Schreibphasen zu überbrücken. Auch meine Werkzeuge gegen Zweifel und Schreibausreden helfen mir oft.

Motivationshilfen

Je nach Projekt suche ich mir andere Unterstützung.
Mal ist es eine geplante Messe, auf der ich unbedingt das passende Buch anbieten möchte – so ist übrigens meine Märchensammlung »Magie der Lichtträume« entstanden (mehr verrate ich in meinem Blogartikel am Freitag) –, also eine Deadline, die mich zum Schreiben bringt. Dann ist es der Blick auf eine Belohnung (der Tab mit dem Buch im Browser, das leckere Stück Schokolade neben mir …), der mir hilft, mich aufzuraffen und meine Motivation zu befeuern.

Oft bestärkt mich ein Blick in mein »das habe ich schon veröffentlicht«-Regal, weil ich mich zum einen freue, wenn neue Bücher dazukommen und ich zum anderen sehe, was ich schon geschafft habe. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst auf die Schulter klopfen und gerade durch dieses Regal, abseits von meinen anderen Büchern, die ich lese, kann ich mir vor Augen führen, was ich bereits erreicht habe.

Die Katze Kiki steht vor dem Bücherregal mit den Büchern von Laura Kier

Kiki hat ihren Liegeplatz unter meinem Motivationsbücherregal. Wenn sie sich hinsetzt kann sie einen Blick auf meine Bücher werfen.

Wenn ich noch mehr Brennholz für meine Motivation benötige, dann halte ich mir auch vor Augen, warum ich schreibe, was meine Ziele sind (wie ich oft in meiner Phönixpost erzähle, möchte ich vom Schreiben leben können) und wohin ich mit meinen Romanen möchte.
Auch liebe Worte oder Komplimente von Leser:innen helfen mir, mich hinzusetzen und wieder voller Freude neue Wörter zu schreiben.
Wenn ich länger gar nicht vorankomme, weil für mich gerade alles doof ist, helfen auch mal die Peitschen meiner Schreibgruppe. Wobei hier vor allem das Gespräch mit Gleichgesinnten eine Unterstützung ist, die ähnliche Probleme kennen und dadurch oft andere Lösungen oder Ideen zur Aufmunterung als bspw. meine Familie haben.
Gerade der Austausch und das Reden über meine Projekte sowie positive Reaktionen darauf motivieren mich dranzubleiben.
So bekomme ich sehr schnell das Feuer meiner Motivation wieder entfacht.

Und wenn gar nichts klappen will, dann tröste ich mich mit dem Gedanken:

»Zwei Sätze. Dann reicht es für heute. Morgen ist auch noch ein Tag.«

Projektmotivation

Am liebsten würde ich alle meine Projekte gleichzeitig überarbeiten und dann eins nach dem anderen im Turbo veröffentlichen. Aber ich bin mal realistisch und sage: Klappt nicht!
Teilen oder klonen kann ich mich leider noch nicht, also kann ich nur Schritt für Schritt vorwärtsgehen. Deshalb picke ich mir immer ein bis zwei Projekte heraus, an denen ich innerhalb eines Tages arbeite. Im Normalfall beende ich zunächst ein Projekt, bevor ich ein neues beginne, aber es gibt Phasen, da stockt ein Projekt komplett, z.B. weil es mehr Aufwand ist als gedacht, und ein anderes wird wichtiger, weil ich bspw. einen Gastartikel angeboten bekommen habe.
In solchen Fällen heißt es wieder Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen. Für mich spielt bei einer solchen Entscheidung aber auch die Projektmotivation eine Rolle.

Ich frage mich dann:

  • Was beabsichtige ich mit diesem Projekt? Soll es mein Veröffentlichungsregal erweitern? Soll es ein Geschenk sein? Erhoffe ich mir mehr Leser:innen auf mich aufmerksam zu machen?
  • Möchte ich es zu einem bestimmten Termin fertig haben, weil es ein Event gibt? Wäre es deshalb wichtig, eine fixe Deadline einzuhalten und eventuell dieses Projekt vorzuziehen?
  • Brennt mir ein Projekt so sehr unter den Fingern, dass ich es gerade flüssig runterschreiben oder überarbeiten könnte im Gegensatz zu anderen Projekten? Oder stockt ein Projekt gerade, weil es sich zunächst noch mit mir weiterentwickeln muss?

Jedes Projekt hat seine eigene Motivation und sein eigenes »Warum will ich das Schreiben?«-Hintergründe. Mein Überarbeitungsstapel ist hoch und da fällt mir die Entscheidung oft schwer. Deshalb brauche ich ein deutliches »Warum« und ein »Warum jetzt?«.

  • Meine Wolkenkatze habe ich geschrieben, um mir über einige Themen klarer zu werden. So wollte ich besser mit Leistungsdruck umgehen oder auch um Hilfe bitten können.
    Mir selbst haben die Geschichten geholfen, einen anderen Blick auf diese Themen zu bekommen. Bei der Überarbeitung merke ich, dass einige Themen für mich noch nicht abgeschlossen sind und sich die Inhalte noch weiterentwickeln. Dadurch komme ich immer wieder ins Stocken, aber es motiviert mich auch, weil ich merke, dass es vorwärtsgeht und sich etwas allgemein in mir und meinem Text verändert.
  • »Schreib einfach«, mein Schreibratgeber, hat gerade neuen Schwung bekommen, da ich bei Anja Niekerken in ihrem »Erfolgreich Schreiben«-Blog im Sommer einen Gastartikel veröffentlichen werde und mein Ratgeber ein Kernelement ist. Deshalb brennt hier gerade besonders die Motivation, das Projekt fertig zu machen und endlich zu veröffentlichen.
  • Mein Roman »Schmetterlingsleuchten« (ein paar Ausschnitte habe ich in den vergangenen Monaten in der Phönixpost geteilt) braucht zwar noch einen neuen Titel, weil der Inhalt nichts mit Schmetterlingen zu tun hat, aber ich habe endlich eine Idee, wie ich das Ende schreibe. Auch diese Motivation trägt mich nun weiter, dass sich zu den derzeitigen 74.000 Wörter noch ein paar dazu gesellen, damit ich den Roman beenden kann. Viel fehlt nicht mehr, noch ein paar Kapitel – grob geschätzt vielleicht 4.000 bis 16.000 Wörter. Auch das motiviert mich, da ich eine Lösung für das Ende habe und jetzt wirklich in Sicht ist, dass dieser Roman bald als abgeschlossene Rohfassung auf meinem Überarbeitungsstapel landen kann.
unterschjedliche Projekte von Laura Kier aufgeschichtet als Papierstapel. Kurzgeschichten, Romane, Märchen und Vorlesebücher.

Ein älteres Foto aus 2021 (?) mit einem Stapel meiner Projekte. Die Menge ist ungefähr gleich geblieben, auch wenn die obersten beiden Romane (»Perfektion – Die Ursprünglichen« und »Der Geist der Spiegelkatze«) mittlerweile veröffentlicht sind.

Ich wünsche dir, dass du auch deine Motivation findest und weißt, warum du deinem Traum folgst.

Alles Liebe

Laura Kier


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